Kathmandu, Nepal 2027 - 2029

Zuflucht für verschleppte Mädchen

In Nepal werden jährlich tausende junger Frauen und Mädchen Opfer von meist gut organisierten Schlepperbanden. Viele landen in Rotlichtvierteln in Indien oder China; andere werden als Prostituierte oder Barmädchen in Südafrika, Kenia, Tanzania oder Malawi eingesetzt; wieder andere als billige Haushaltshilfen in Malaysia oder den Golfstaaten; häufig werden sie auch in Nepal selbst in der Unterhaltungsindustrie, in Massagesalons, Tanzbars und ähnlichen Einrichtungen zu Dienstleistungen genötigt; wieder andere fristen ein Leben als billige Arbeitssklavinnen in Ziegel-, Teppich- oder Textilfabriken.

Inzwischen können in Nepal jährlich 2.000 bis 3.000 dieser Opfer gerettet werden; insbesondere durch die enge Zusammenarbeit von NGOs und staatlicher Behörden.

Eine dieser NGOs ist unsere Partnerorganisation Maiti Nepal mit ihrem Hauptsitz in Kathmandu. Das nepalesische Wort „Maiti“ bedeutet übersetzt „das Zuhause der Mutter, in das ein Mädchen hineingeboren wurde“. Gegründet 1993 von Anuradha Koirala kämpft Maiti Nepal seit über 3 Jahrzehnten handfest und erfolgreich für die Rettung und Rehabilitation der Opfer und unterhält Zufluchtsstätten im ganzen Land: Präventionszentren, ein Frauen- und Schutzzentrum, eine Klinik und ein Hospiz sowie eine eigene Schule, die Teresa Academy.

Ein zunehmend wichtiger Teil der Arbeit ist die Prävention: an den ungesicherten Grenzen nach Indien beispielsweise hat Maiti Nepal ein eigenes Kontrollnetz gespannt, durch das Schlepper und ihre Opfer abgefangen werden können; Rettungsaktionen werden gemeinsam mit Polizei und Justiz durchgeführt; die Mädchen finden in den 14 „Transit Homes“ (Schutzzentren in Grenznähe) eine sichere Unterkunft, bekommen medizinische, psychologische und juristische Hilfe.

Die Rückkehr der Frauen und Mädchen in ein gesellschaftlich anerkanntes, mental stabiles und ökonomisch unabhängiges Leben gestaltet sich in der Regel jedoch schwierig. Ausschlaggebend dafür sind insbesondere 2 sich wechselseitig bedingende Hauptprobleme: die abrupt abgebrochene Schulausbildung der Mädchen und das Fehlen von zertifizierten Abschlüssen in einem anerkannten Beruf.

Durch unser Projekt, das wir in Kooperation mit unserer deutschen Partnerorganisation BONO Direkthilfe e.V. unterstützen, erhalten insgesamt 30 Mädchen die Chance, ihre unterbrochene Ausbildung zu Ende zu bringen oder einen zertifizierten Berufsabschluss im Hotel- und Gaststättengewerbe zu erlangen: als Barista, Bäckerin, Kellnerin oder Köchin. Unser lokaler Projektpartner, Maiti Nepal, kooperiert hierzu u.a. mit dem GATE College in Kathmandu, eine der führenden Hospitality-Schulen Nepals.

Zielgruppe

Das Projekt richtet sich an 30 Mädchen und Frauen in Nepal, die aus der Verschleppung gerettet wurden oder besonders gefährdet sind, ein solches Schicksal zu erleiden.

Zuflucht für Opfer im Menschenhandel
Training - Zuflucht für Opfer im Menschenhandel
Schulabschluss und Ausbildung - Zuflucht für Opfer im Menschenhandel

Maßnahmen

Die Dr. Birk Foundation stellt Finanzmittel bereit für

  • Assessments zur Feststellung der Fähigkeiten und Interessen der Mädchen
  • Einschulung und Begleitung der Mädchen bis zum Schulabschluss
  • zertifizierte Berufsausbildung im Hotel- und Gaststättengewerbe
  • Übernahme der Ausbildungskosten wie Schulgelder oder Prüfungsgebühren
  • Bereitstellung von Lernmaterialien, Schuluniformen, Werkzeuge für die Trainings
  • Beratung und Begleitung beim Übergang in ein geregeltes Arbeitsleben
  • Vermittlung auf dem Arbeitsmarkt oder Hilfe beim Übergang in die Selbständigkeit

Laufzeit

2027 – 2029

Unsere Projektpartner

BONO Direkthilfe e.V., Bergisch Gladbach, Deutschland

Maiti Nepal, Kathmandu, Nepal

  • Teresa Academy
  • Parlour Training

    Weitere Projekte