Westbengalen, Indien 2026 - 2029

Lernzentren für Vorschulkinder

Westbengalen zählt zu den ärmsten Bundesstaaten Indiens mit einem Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt, das etwa 20 Prozent unter dem nationalen Durchschnitt liegt. Viele ländliche Gebiete sind infrastrukturell unterversorgt: schlechte Wohnversorgung, unzureichende Sanitäranlagen, belastetes Trinkwasser (Arsen), niedere Hygienestandards, fehlende Bildungsmöglichkeiten und mangelndes, unsicheres Einkommen führen zu einem täglichen Überlebensdruck, dessen Opfer nicht zuletzt die jüngsten und daher am meisten auf Unterstützung und Förderung angewiesenen Kinder werden. Die Kindersterblichkeit ist hoch. Obdachlosigkeit, Verlassenheit, Krankheit und soziale Desintegration sind an der Tagesordnung. Die Alphabetisierungsrate liegt aktuell bei nur etwa 76 Prozent der Gesamtbevölkerung Westbengalens. Aufgrund der belastenden Lebensumstände schon für Kleinkinder schaffen es viele nicht auf die Schule; und viele, die es schaffen, brechen wieder ab. Die Abbruchquote liegt bei ca. 18 Prozent in der Sekundarstufe.

Der nicht-staatliche Projektpartner in der Region, Kolkata Trust for Human Development (KTfHD), setzt sich seit vielen Jahren für die Verbesserung der Lebensumstände von Kindern während der ersten sieben Lebensjahre ein, also auf ihre Förderung in einer Lebensphase, in der entscheidende Weichen für Selbstbewusstsein, Wille, Kreativität, Resilienz, Kommunikation und damit assoziierte soziale Fähigkeiten gestellt werden; verträgliches Miteinander, gewaltfreie Konfliktbewältigung und kraftvolle Selbstbehauptung werden in diesen Jahren gelernt und spielerisch eingeübt.

Gemeinsam mit der Indienhilfe e.V. in Herrsching unterstützt unser Projekt den Aufbau und Betrieb von zwei LRCs in zwei der ärmsten und infrastrukturell am stärksten zurückgebliebenen Dorfregionen nahe der Metropole Kalkutta: Gaccha Village und Kulia Village, 24 North Parganas Distrikt. Die Kinder besuchen diese Einrichtung täglich von morgens bis nachmittags und lernen hier in einem sicheren und stimulierenden Umfeld Grundfertigkeiten, beispielsweise in Hygiene, erhalten ausgewogene Ernährung (viele werden unterernährt aufgenommen) und trainieren den Umgang im sozialen Miteinander; dabei üben die Kinder altersgerecht und spielerisch und werden so Schritt für Schritt auf den Eintritt in eine Schule vorbereitet und an Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben herangeführt.

Parallel werden ebenfalls die Eltern, insbesondere die Mütter, in Fragen der Hygiene, Ernährung, Kinderbetreuung oder gesunder Wohninfrastruktur unterrichtet.

Zielgruppe

70 Kinder aus benachteiligten Familien in ländlichen Armutsgebieten in Westbengalen.

Westbengalen: niedere Lebens- und Hygienestandards in den Dörfern

Westbengalen: niedere Lebens- und Hygienestandards in den Dörfern

Kreatives Spielen in den Lernzentren

Kreatives Spielen in den Lernzentren

Schulung und Unterstützung der Mütter

Schulung und Unterstützung der Mütter

Maßnahmen

Die Dr. Birk Foundation und Indienhilfe e.V. stellen Finanzmittel bereit für:

  • Aufbau von 2 Lernzentren und Ausbildung des Betreuungspersonals
  • Einüben von grundlegenden Regeln in Hygiene, Ernährung und Gesundheit
  • Förderung von kognitiven, sprachlichen, motorischen, emotionalen und sozialen Fähigkeiten
  • Einübung von gewaltfreien Umgangsformen
  • Regelmäßige Gruppentreffen und Schulungsmaßnahmen der Eltern
  • Aufzeigen von Einkommensalternativen für die Eltern

Laufzeit

2026 – 2029

Unsere Projektpartner

Indienhilfe e.V., Herrsching, Deutschland

Kolkata Trust for Human Development, Kalkutta, Indien

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