Gründer
Motive und Facetten
Meine Kindheit ist untrennbar mit Stuttgart verbunden, wo ich 1953 geboren wurde;
mit großem Abstand als jüngstes von vier Kindern. Mit meiner Familie hatte ich unermessliches Glück: Vater und Mutter mit so gegensätzlichen, spannungsreichen Talenten und die drei weit älteren Geschwister waren für mich eine stetig sprudelnde Quelle der Inspiration. Ein Leben lang konnte ich davon zehren.
Nach dem Abitur hatte ich mir in den Kopf gesetzt nach Asien zu reisen. Als 18jähriger Tramp, alleine, fast ohne Geld. Neun Monate trieb es mich durch die Welt; und wie durch ein Wunder kam ich durch.
Asien und insbesondere Indien hinterließen tiefe Spuren. Seitdem gibt es eine nachhaltige Verbindung mit den Menschen dort und ihren Schicksalen.
Es lag nahe nach dem Studium von Soziologie und Politik in Freiburg und Bielefeld und mehreren studentischen Aufenthalten und Stipendien in Peru und Ecuador meine erste berufliche Tätigkeit in der Entwicklungshilfe zu suchen. Drei Jahre, von 1980 bis 1983, arbeitete ich für die DESWOS, eine gemeinnützige Organisation der sozialen Wohnungswirtschaft, als Projektreferent mit unterschiedlichen Einsätzen in Südamerika und Ostafrika.
Ein beruflicher Anfang war gemacht. Und mit ihm entwickelten sich andere Ansprüche, die nach neuen Herausforderungen drängten. Sie fanden sich in der Politik.
Sechs Jahre ging es über mehrere Stationen aufwärts im politischen Berlin.
Ich startete 1983 als politischer Referent in der Berliner CDU, wurde danach persönlicher Referent des Wirtschaftssenators und durfte schließlich drei Jahre das Grundsatzreferat Wirtschaftspolitik leiten. Ein vielversprechender Weg in der Politik schien geebnet.
Bis 1989 die Wahl verloren ging, die Regierung abtreten musste und das weitere Fortkommen über Nacht abrupt versperrt war.
Ich musste komplett neu anfangen und ein Weg dafür fand sich in der Wirtschaft.
15 Jahre lang folgten immer ambitiösere Stationen als Geschäftsführer, Vorstand, Vorstandsvorsitzender oder Aufsichtsrat in diversen Unternehmen des unternehmerischen Mittelstandes. Planung, Projektentwicklung und Restrukturierung von Wohnungen, Hotels oder Einzelhandelszentren wurden zur Leidenschaft.
Die Lernkurve war steil. Ehrgeizig und Erfolg suchend wollte ich an die Spitze; was nach Jahren des Aufstiegs auch gelang; mit Stolpern zwar doch mit genug eigenem Verdienst. So könnte diese Karriere, die schließlich 2005 in eine unternehmerische Selbständigkeit mündete, wohl als Erfolg beschrieben werden.
Manche meiner damaligen Motive kommen mir heute fraglich und nicht immer angemessen vor. Strapaziös waren sie auf jeden Fall.
Jedenfalls blicke ich auf all diese Rollen mit ihren unterschiedlichen Facetten und Lektionen friedlich und bisweilen kopfschüttelnd zurück.
Und bei den Freunden, Gefährten, Partnerinnen und Gegnern, die meinen Weg begleitet haben, bedanke ich mich. Und dort, wo es nötig und noch nicht geschehen ist, bitte ich um Verzeihung.
Mit der Gründung der Dr. Birk Foundation schlage ich einen Bogen sowohl zu meiner Verbundenheit mit Asien als auch zu meiner lebenslangen Affinität zum Lernen und Verstehen in all ihren befreienden Dimensionen.
Dr. Manfred Birk
