Unser Leitbild
Bildung als Grundrecht und Motor
Bildung ist ein Grundrecht, das jeder innehat; unabhängig von Alter, Geschlecht oder Herkunft. Zugleich ist Bildung Ausdruck einer optimierenden Kraft, die beobachtbar und beschreibbar die Geschichte durchzieht.
Aber Bildung ist kein Selbstläufer. Insbesondere in Problemzonen des globalen Südens gibt es zahllose Zugangsbarrieren. Sie behindern kreatives Lernen, fachliche Schulung und geistige Entfaltung; insbesondere für Kinder und Jugendliche. Hier wollen wir Türen öffnen und neue Wege ebnen durch Training, Know How und Qualifizierung.
Armut, Hunger und täglicher Überlebensdruck sind oft assoziiert mit großer mentaler Anspannung, emotionaler Schwerlast und aggressiver sozialer Abgrenzung.
Gleichgültigkeit, Vernachlässigung, Ausgrenzung, Diskriminierung oder Stigmatisierung verdichten sich dann für Betroffene zu fast ausweglosen psychologischen und sozialen Lebensfallen, die den Raum beschneiden für Neugier, Lerndisziplin, Kreativität oder spirituelle Interessen.
Darüber hinaus fehlt es oft an Bildungs-Infrastruktur: Kindergärten, Schulen, Lernmittel, sakrale Einrichtungen. Oder Katastrophen, Gewalt und Krieg bedrohen und zerstören Orte und Institutionen für geistige Lehre und Inspiration. In all diesen Fällen brauchen Betroffene neue Chancen und Zugänge zu Bildung.
Es geht um Zugänge zu drei unterschiedlichen Dimensionen der Bildung:
Instrumentelles Wissen umfasst alle Kompetenzen zur Daseinssicherung und ihrer Optimierung. Lesen, Schreiben und Rechnen, zweckdienliche Fertigkeiten für den Alltag, fachliche Aus- und Weiterbildung für Beruf, Arbeit und Weiterkommen sind Mindeststandards für die Existenzbewältigung. Vielerorts sind sie nicht erfüllt.
Soziale Fähigkeiten umfassen alle Umgangskompetenzen für ein erfolgreiches Miteinander. Es geht um Empathie, Rücksicht und Kommunikation; um Fähigkeiten, Ziele gemeinsam mit anderen zu erreichen, Konflikte gewaltfrei zu lösen oder sich in bewährte Institutionen einzuordnen. Grundregeln dafür lernen und trainieren Menschen früh in Familie, Elementar- und Grundausbildung. Alle Beziehungsformen, persönliche und kollegiale, bauen später darauf auf und ermöglichen Zugehörigkeit, Gemeinsamkeit, soziales und emotionales Wohlbefinden. Damit stabilisieren sie soziale Ordnung und ihre friedliche Evolution.
Essenzielle Entfaltung schließlich bezieht sich auf Qualitäten, die dem Grund unseres Daseins entspringen. Es geht um die Kompetenz zu sein und damit um Qualitäten, die inspiriert, entdeckt und verwirklicht werden wollen.
Stärke und Entschlossenheit, um Wahres vom Falschen zu trennen, Wille und Hingabe, um Hindernisse als Schritte auf dem Weg zu sehen, oder Gelassenheit und Vertrauen, um angstfrei der sein zu können, der man ist.
Bewährte Weisheitstraditionen – Religion und Philosophie – eröffnen unterschiedliche Wege für ihre Realisierung; diese Wege sollten allen offenstehen.
Alle drei Dimensionen der Bildung – insbesondere im Verbund – erhöhen die Chancen des Einzelnen wie auch der Gemeinschaft, die oft subtilen und schwer erkennbaren Wirkungszusammenhänge von Unwissenheit, Gleichgültigkeit, Abhängigkeit, Manipulation, Missbrauch und Gewalt zu durchschauen und aufzulösen. Insofern ist Bildung einer der mächtigsten Motoren für nachhaltige Veränderung und Entwicklung.
